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Amerikaner spionieren europäische Unternehmen aus

EU-Parlamentarier bestätigen Existenz von "Echelon" - Wettbewerbsnachteil befürchtet - Verschlüsselung empfohlen

Brüssel - Europaparlamentarier haben europäische Unternehmen vor dem amerikanischen Abhörsystem "Echelon" gewarnt und sie aufgefordert, sich stärker als bisher vor internationaler Industriespionage zu schützen.
Ein Ausschuss des EU-Parlaments bestätigte am Mittwoch in Brüssel die Existenz des Abhörsystems und empfahl Unternehmen in der EU, bei Geschäftsverhandlungen über Internet, Telefon oder Telefax Verschlüsselungstechniken anzuwenden. Aus dem Berichtsentwurf des Ausschusses geht hervor, dass es einen nachrichtendienstlichen Verbund mit dem Namen "Echelon" gibt, dem die Auslandsgeheimdienste der USA, Großbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands angehören. Es gebe ausreichend Indizien dafür, dass diese gemeinsam private und geschäftliche Kommunikation abhören.

"Wir können den Nachweis führen, dass dies zutrifft, ohne Wenn und Aber und ohne jeden Zweifel", sagte Ausschussmitglied Gerhard Schmid. Bei den Belegen handele es sich um Fotos, Stellungnahmen von verantwortlichen Geheimdienstleuten oder auch Internet-Recherchen. Mittels des Systems könnte die Kommunikation von Unternehmen abgehört werden, die in verschiedenen Zeitzonen arbeiten und Zwischenergebnisse von Europa nach Amerika oder Asien sendeten, Videokonferenzen abhielten, Rücksprachen mit der Firmenzentrale bei Vertragsverhandlungen beispielsweise über Großaufträge hielten, sagte Schmid. "Das bedeutet eine massive Wettbewerbsverzerrung." Durch das System sei amerikanischen Firmen ein Verhandlungs- und Verkaufsvorteil gegenüber europäischen Firmen entstanden. dpa/DW

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